Francesca Lombardi Mazzulli

 

Francesca Lombardi Mazzulli erhielt ihre Ausbildung am Giuseppe-Verdi Konservatorium Mailand und am Konservatorium Frescobaldi in Ferrara, wo sie bei Mirella Freni studierte und mit Auszeichnung abschloss. Anschließend setzte sie ihre Studien in Interpretation und Stimmtechnik bei Luciano Pavarotti und A. Molinari im lyrischen sowie bei Sonia Prina im Barock-Fach fort. Momentan vollendet sie ihre Technik bei Fernando Opa und Vivica Genaux. Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die sie erhielt, sind der erste Finalistenpreis des Händel-Gesangswettbewerbs in London 2010, der zweite Preis des Internationalen Barock-Gesangswettbewerbs 'Francesco Provenzale' des Centro di Musica Antica Pietà de' Turchini in Neapel, und der erste Kritikerpreis des Festivals Barock-Abende in Varazdin, Kroatien (2014).

 

Im Verlauf ihrer Konzert- und Opernkarriere debütierte sie mit zahlreichen Orchestern und Ensembles im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis, so etwa mit der Accademia Bizantina dirigiert von Ottavio Dantone (Circuito Lirico Lombardo; Festival Pergolesi­ Spontini in Jesi; Ravenna Festival; Le Feste di Apollo in Parma; Creator Musica Sacra in Florenz; Festival di Beaune; Bremen Musik Festival, …), dem Ensemble Barocco Limoges dirigiert von Christophe Coin, mit La Venexiana unter der musikalischen Leitung von Claudio Cavina (Festival Krakau, Festival Freiburg, Styriarte Festival Graz, Festival Gdansk,  Radio France Festival Montpellier; …), dem Ensemble B'Rock (MAfestival in Brügge, Muziekgebouw Amsterdam, und im Palladium-Theater Rom), mit Complesso Barocco dirigiert von Alan Curtis, mit Les Talens Lyriques und Christophe Rousset, l’Arte del Mondo unter der musikalischen Leitung von Werner Ehrhardt, mit La Cappella Neapolitana dirigiert von Toni Florio, Le Musiche Nove und Claudio Osele, I Virtuosi delle Muse unter der musikalischen Leitung von Stefano Molardi, Montis Regalis dirigiert von Alessandro De Marchi, und Europa Galante dirigiert von Fabio Biondi (mit denen sie unter anderem im Wiener Konzerthaus mit Händels 'Lucio Silla' beim Festival Resonanzen auftrat).

 

Francesca Lombardi ist regelmäßig zu Gast bei europäischen Festivals wie etwa dem Styriarte Festival Graz,  dem Festival Schwäbisch-Gmünd, dem Haydn Festival Eisenstadt, dem Schleswig-Holstein Musikfestival Hamburg, bei den Händel-Festspielen Halle, dem Wiener Festival Resonanzen, bei MITO, dem Macerata Opern-Festival, dem Festival 'In Scena' Padua, beim Barock-Festival Rom, und dem Festival für geistliche Musik Santa Cristina in Bologna.

 

Mit ihrem künstlerischen Schwerpunkt im barocken Musiktheater war Francesca Lombardi Mazzulli Teil einiger Wiederentdeckungen beinahe vergessener Opern: Dazu gehörten unter anderem die Titelrollen in der Opern 'La Rosinda' (aufgeführt in Potsdam, Bayreuth und Vantaa unter der Leitung von Mike Fentross), und 'Artemisia' (dirigiert von Claudio Cavina in Hannover und Montpellier) von Francesco Cavalli – beide Werke wurden bei Ludi Musici und Glossa als CD veröffentlicht – sowie, Seite an Seite mit Vivica Genaux, die Rolle der Zelemina in Cavallis Oper 'Veremonda' beim Festival Spoleto in den USA 2015.

 

Zu Francesca jüngsten Erfolgen zählen Debüts beim Maggio Musicale Fiorentino (als Amore in 'L'Incoronazione di Poppea', unter der musikalischen Leitung von Alan Curtis und der Regie von Pier Luigi Pizzi), beim Innsbrucker Festival für Alte Musik (als Juno in Cavallis 'La Callisto') und am Teatro San Carlo Neapel, wo sie im Herbst 2016 anlässlich der Feier zum 100-jährigen Bestehen des Hauses in der Oper 'Achille in Sciro' von Domenico Sarro unter dem Dirigat von Alessandro De Marchi debütierte. Zwischen 2012 und 2017 war sie unter der musikalischen Leitung von Michael Hofstetter in den Rollen der Leonora in Verdis 'Oberto' (veröffentlicht bei OehmsClassics), der Mirandolina in der gleichnamigen Oper von Martinù, als Agrippina in Georg Friedrich Händels gleichnamiger Oper, als Formosa in 'Der misslungene Brautwechsel oder Richardus I' von Georg Philip Telemann, sowie als Vitellia in 'La Clemenza di Tito' und als Fiordiligi in 'Così fan tutte' sowie als Donna Elvira in 'Don Giovanni' von Mozart zu erleben.

 

Außergewöhnliche Tourneeprojekte führten sie unter anderem nach Buthan, wo sie 2013 in der ersten westlichen Opernproduktion sang, die in diesem Königreich aufgeführt wurde; ein Projekt, das 2014 in El Paso in den USA wiederaufgenommen wurde. Ebenfalls 2013 debütierte sie im Wiener Musikverein mit Johann Adolph Hasses 'Marc'Antonio e Cleopatra' an der Seite von Vivica Genaux unter der Leitung von Claudio Osele (als CD erschienen bei der Deutschen Harmonia Mundi), sowie in Auckland, Neuseeland, als Sopranistin in Händels 'Messiah' unter der Leitung von Uwe Grodd. Ebenfalls mit 'Messiah' debütierte sie 2017 unter der Leitung von Fabio Biondi in Madrid, pamplona sowie dem Actus Humanus Festival Gdansk.

 

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Francesca Lombardi Mazzulli mit Mehmet Yesilcay und dem Pera Ensemble, mit dem sie im ambitionierten Konzertprojekt 'Trialog – Music for the One God' gemeinsam mit Valer Sabadus in den wichtigsten Konzertsälen Europas sang (zuletzt etwa in der Kölner Philharmonie). Die dazugehörige CD erschien beim Label Berlin Classic, 2015 gefolgt von ihrer Solo-CD 'Momenti d'amore' mit Barockarien des 17. Jahrhunderts.

 

Zu ihren jüngsten Rollendebüts gehören die Partie des Oberto in der 'Alcina' von Händel am Teatro Real Madrid unter dem Dirigat von Christopher Moulds, und die Rolle der Ersilia in Antonio Vivaldis 'Orlando Finto Pazzo' unter der musikalischen Leitung von George Petrou an der Seoul National Opera Südkorea; eine Produktion, die 2017 wiederaufgenommen wurde.

 

Francesca Lombardi Mazzulli arbeitet regelmäßig mit dem Label Fra Bernardo zusammen, das von ihr die Solo-CD 'Et In Arcadia Ego' gemeinsam mit dem Ensemble Stella Matutina aufgenommen und veröffentlicht hat. 2016 folgte die Veröffentlichung der 2014 am Teatro Communale Ferrara aufgenommenen Oper 'Orfeo' von Fernando Bortoni, in der sie gemeinsam mit Vivica Genaux auftrat und die Rolle der Eurydice verkörperte. Im Januar  2017 sang Francesca Lombardi Mazzulli die Rolle der Contessa in Antonio Salieris 'La Scuola Di Gelosi', eine Produktion, die von der Deutschen Harmonia Mundi aufgezeichnet und demnächst veröffentlicht wird. Zur selben Zeit sang sie auch die führende Sopranrolle in einem Konzertprojekt mit dem Ensemble La Cappella Auratena, die zu der CD 'Lenzi e Mozart: Sacred Music in Lombardy' beim Label Pan Classics führte.

 

In der vergangenen Spielzeit debütierte Francesca Lombardi Mazzulli unter anderem in der Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach unter dem Dirigat von Andrea Marcon, sowie als Cleopatra in Händels 'Giulio Cesare in Egitto' am Theater Bonn unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner. Zukünftige Engagements führen sie als Gräfin in Mozarts 'Le Nozze di Figaro' unter dem Dirigat von Michael Hofstetter nach Gießen, als Rosane in 'La verita in Cimento' von Antonio Vivaldi nach Heodelberg und als Falsirena in 'La Festa di Venezia' von Antonio Salieri unter der Leitung von Werner Ehrhardt nach Schwetzingen.Ebenso wird sie Amore in 'Clori, Dorino e Amore' von Scarlatti mit dem Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Fabio Biondi singen sowie erneut als Gast bei zahlreichen europäischen Festivals in unter anderem Istanbul, Dortmund, München, Carinthia, Casalreina auftreten.